Auer sorgt für versöhnlichen Abschluss
In einer offenen Partie kam die Alemannia im letzten Saisonspiel vor 22.507 Zuschauern gegen den MSV Duisburg zu einem 1:1-Unentschieden. Adam Bodzek brachte die Gäste im ersten Durchgang in Führung(28). Benny Auer markierte kurz vor Schluss schließlich noch den verdienten Ausgleich (88.), ehe die Spieler- und Trainerverabschiedungen am diesem Sonntag im Vordergrund stehen sollte.
Zum Abschluss der Saison konnte Trainer Michael Krüger wieder auf seinen Kapitän Benny Auer zurückgreifen, der als einzige nominelle Spitze vor der offensiven Mittelfeldreihe mit Daniel Adlung auf rechts, Babacar Gueye auf links und Andreas Lasnik in der Zentrale auflief. Ebenfalls wieder in der Startelf war Cristian Fiel, der in seinem letzten Aufritt im schwarz-gelben Trikot mit Marko Höger zusammen vor der Abwehr agierte. Die Viererabwehrkette vor Keeper Thosten Stuckmann setzte sich aus Aimen Demai, Thomas Stehle Nico Herzig und Allan Jepsen zusammen. Auch für den in der Winterpause gekommenen Dänen war es das letzte Spiel im Dienste der Alemannia. Für eine kleine Überraschung sorgte Michael Krüger mit der Nominierung von Reiner Plaßhenrich, der nach gut eineinhalb Jahren anlässlich seines Karriereendes noch einmal auf der Bank Platz nehmen durfte.
Mit einer guten Leistung wollten sich die Jungs vom Tivoli vor heimischen Publikum in die Sommerpause verabschieden, und so versuchte die Elf von Trainer Michael Krüger gleich von Beginn an Druck auf den Gegner auszuüben. Adlung sah in der 8. Minute den in der Mitte gestarteten Gueye, doch Duisburg-Schlussmann Marcel Herzog reagierte schneller und sicherte sich so die Kugel problemlos. Der Keeper der Gäste war es auch eine Minute später, der eine Flanke von Gueye gerade noch vor Benny Auer per Faustabwehr klären konnte. Beide Mannschaften taten sich in der Anfangsphase sichtlich schwer für die nötige Gefahr in der Offensive zu sorgen. So fehlte hüben wie drüben der letzte entscheidende Pass in die Spitze.
Die erste richtige Chance zu Führung sollten in der 25. Minute die Schwarz-Gelben haben: Adlung ging über rechts und brachte den Ball auf Höhe des Elfmeterpunktes, wo Gueye frei zum Kopfball kam, die Kugel allerdings zu unplatziert aufs gegnerische Gehäuse brachte. Von den Zebras war bis dahin nur wenig zu sehen, doch ihre erste Gelegenheit sollten sie zur 1:0-Führung nutzen. Passend zum bis dahin höhepunktarmen Spiel war es eine Standardsituation, die die Schwarz-Gelben in Rückstand geraten ließ. Ex-Alemanne Ivica Grilic setze einen Freistoß aus knapp 20 Metern an die Querlatte, von wo aus die Kugel vor die Füße von Adam Bodzek abprallte, der sicher aus kurzer Distanz vollstreckte (28.).
Sechs Minuten später hätten die Gäste aus dem Ruhrgebiet um ein Haar erneut getroffen – allerdings ins eigene Tor: Gueyes Flanke von links sollte Auer in der Mitte erreichen, doch Schlicke kam mit dem Fuß an die Kugel und zwang seinen eigenen Hintermann mit einem ungewollten Schuss zu einer starken Parade. (34.). Der anschließenden Eckstoß von Lasnik fand Auer, der das Leder per Drehschuss nur knapp über die Latte setzte. Kaum beeindruckt zeigten sich die Alemannen vom plötzlichen Rückstand, man wollte unbedingt noch den Ausgleich vor der Pause erzielen, und den hätte es fast gegeben: Einen schön vorgetragenen Doppelpass zwischen Gueye und Lasnik brachte Aachens Nummer 14 in eine aussichtsreiche Position, die er jedoch nicht ausnutzen konnte, da er nur den linken Pfosten traf. Kurz darauf war Pause und so gingen die Teams beim Stand von 0:1 in die Kabinen.
Unverändert schickten beide Trainer ihre Mannschaften zum zweiten Durchgang aufs Feld. Am bisherigen Erscheinungsbild der ersten Hälfte sollte sich zunächst nichts ändern. Die Alemannia versuchte weiterhin Duisburgs Defensive unter Druck zu bringen, doch die Gäste waren stets durch schnelles Umschalten in der Offensive gefährlich, wie auch in der 49. Minute, als Adler sich rechts durchsetzen konnte und in den Strafraum der Alemannia eindrang. Seine Flanke konnte von Stuckmann jedoch per Fuß abgewehrt werden. Zwei Minuten später war Aachens Nummer Eins schon geschlagen und so musste die Latte nach einem gefühlvollen Distanzschuss von Burak Can Kant aushelfen (51.).
Allmählich wurden die Zebras immer stärker und rechtfertigten damit ihren im ersten Durchgang noch glücklich erscheinenden Treffer. Besonders war es Maurice Exslanger, den die Gäste immer wieder suchten, wie auch in der 58. Minute, als er sich gegen Stehle durchsetzte und Stuckmann aus knapp 16 Metern prüfte. Emotional wurde es dann in der 62. Minute, als sich Cristian Fiel vor 22.507 Zuschauern offiziell verabschiedete und unter großem Applaus das Spielfeld verließ. Für ihn kam Szilard Nemeth, der ebenfalls noch einmal seine letzten 30 Minuten im Alemannia-Dress genießen durfte.
Je länger die Partie jetzt dauerte, desto mehr Torchancen ergaben sich für beide Mannschaften. Zunächst war es erneut Kunt, der Stuckmann aus elf Metern prüfte (69.), ehe Tiffert die große Chance zur 2:0-Führung auf dem Fuß hatte, nachdem Stehle die Kugel nicht konsequent klärte (75.). Nur eine Minute später der bereits vierte Aluminiumtreffer an diesem Tag: Nemeths Flanke von rechts fand Gueyes Kopf, der die Kugel aus vollem Lauf an den rechten Pfosten setzte (76.). Die Jungs vom Tivoli versuchten weiterhin den Ausgleich zu erzielen, und so drängte man auf das gegnerische Gehäuse, wodurch sich mehr Räume für die Gäste ergaben. So auch in der 77. Minute, als Kunt Bodzek schön bediente, der die Kugel über den herauslaufenden Stuckmann nur knapp neben den Kasten setzte.
Bis zur 86. Minute mussten die die Schwarz-Gelben Anhänger warten, als auch sie im letzten Saisonspiel noch einmal feiern konnten: Eine Flanke von Demai verpassten gleich zwei Innenverteidiger der Duisburger, sodass Benny Auer sich die Chancen nicht nehmen ließ, und den hoch verdienten 1:1-Ausgleich markierte – sein 14. Saisontor. Drei Minuten vor Abpfiff kam es dann zu einem Moment, den viele nicht mehr für möglich gehalten hatten. Erst vor wenigen Wochen verkündete Reiner Plaßhenrich sein Karriereende, doch Michael Krüger sollte dem Routinier noch einmal die Möglichkeit geben, im neuen Tivoli aufzulaufen, und so wurde Heini nach über eineinhalb Jahren Verletzungspause lautstark empfangen. Beinahe hätte es dann doch noch den Sieg im letzen Spiel der Saison gegeben, doch Thomas Stehle sollte nach Freistoß per Kopf nur die Latte treffen (88.). Am Ende trennten sich beide Teams nach 90 munteren Minuten mit einem gerechten 1:1-Unentschieden.
Quelle: Alemannia Aachen

Gänsehaut, Tränen und eine Menge Applaus – das gab es bei der Verabschiedung zahlreicher Spieler auf dem Tivoli. Noch ehe das letzte Spiel der Saison zu Ende war, begann das große Abschiednehmen. Zunächst verließ Cristian Fiel nach 60 Minuten unter Standing Ovations das Spielfeld und verdrückte dabei einige Tränen. „Ich habe heute Nacht nur eine Stunde geschlafen. Ich hatte das Gefühl, dass mir jeder Tag meiner sechs Jahre durch den Kopf gegangen ist“, sagte der sichtlich bewegte ehemalige Kapitän. „Die Fans haben mir einen tollen Abschied bereitet, wofür ich mich nur bedanken kann. Dass es so schön wird, hätte ich nicht gedacht. Ich bin schon traurig“, so Fielo, dessen Zeit nach 6,5 Jahren bei den Schwarz-Gelben endet. Für ihn kam Szilárd Nemeth, der wie auch Patrick Milchraum, Allan Jepsen und Daniel Adlung das letzte Spiel im Alemannia-Dress absolvierte. In der 86. Minute wurde dann zur Überraschung aller Zuschauer Reiner Plaßhenrich ein letztes Mal für die Schwarz-Gelben eingewechselt. Abdul Özgen, der ebenfalls den Verein verlässt, hatte seinen Platz im Kader für Plaßhenrich frei gemacht. Eine letzte Minute im neuen Stadion zu spielen, das hatte sich Heini während seiner langen Verletzungspause sehnlich gewünscht. Und nun wurde es wahr. Der langjährige Kapitän, der seine Fußballschuhe aufgrund seiner Knieverletzungen an den Nägeln hängen muss, wurde unter großem Beifall der 22.507 Zuschauer gefeiert. Minutenlange Heini-Rufe ertönten während seiner letzten Minuten auf dem Spielfeld. „Als ich nach meiner ersten Operation in der Saison 2007/2008 beim Spiel gegen 1860 aufgelaufen bin, war das schon beeindruckend. Das heutige Spiel hat dem aber noch eins darauf gesetzt. Damit habe ich so nicht gerechnet“, sagte Heini. „Ich hatte viel Vorlaufzeit mich darauf vorzubereiten. Ich habe versucht, nicht daran zu denken, aber irgendwann kommt der Tag X. Ich hätte ihn gern selbst bestimmt. Jetzt ist schon viel Wehmut dabei“, so Heini weiter.
Nach dem Schlusspfiff wurden alle Spieler offiziell von Vereinsseite gebührend verabschiedet. Erik Meijer und Alemannia-Präsident Dr. Alfred Nachtsheim überreichten den Spielern Fiel, Plaßhenrich, Nemeth, Milchraum, Jepsen, Adlung, Özgen, Polenz und Szukala sowie dem scheidenden Co-Trainer Willi Kronhardt und Pysiotherapeut Rudi Schifflers unter tosenden Applaus aller Zuschauer Blumen sowie Fotobücher, mit den Impressionen ihrer Alemannia-Zeit. „Danke für 6 Jahre Hingabe für Schwarz-Gelb“ lautet ein riesiges Banner der Fans, das vor dem Bitburger Wall gespannt wurde. Ehe es auf die Ehrenrunde ging, stimmte Fiel auf dem Zaun vor den Fans noch die große Humba an.